Ratgeber · Zahnersatz und Implantate · Stand 25.10.2026
Zahnbrücke Kosten: Regel-, Adhäsiv- und Implantatbrücke im Vergleich
Was eine Zahnbrücke kostet, legt der Heil- und Kostenplan Ihrer Praxis fest, denn Zahnarzt- und Laborhonorare sind nicht einheitlich. Fest steht der Kassenanteil: Für einen fehlenden Zahn zahlt die gesetzliche Kasse 2026 einen Festzuschuss von 552,96 Euro, mit Bonus 645,12 oder 691,20 Euro. Alles darüber hinaus ist Ihr Eigenanteil.
Hauptratgeber zum Thema Zahnersatz und Implantate: Zahnersatz Arten: Krone, Brücke, Prothese und Implantat im Überblick
Was kostet eine Zahnbrücke?
Eine pauschale Preisliste gibt es nicht. Die Gesamtkosten setzen sich aus dem zahnärztlichen Honorar nach Gebührenordnung (BEMA für Kassenleistungen, GOZ für Mehrleistungen) und den Laborkosten zusammen. Material, Zahl der Glieder, Lage im Mund und Ausführung beeinflussen den Betrag stark. Deshalb ist der Heil- und Kostenplan die verlässliche Zahl.
Planbar ist dagegen, was die Kasse beisteuert. Sie zahlt einen Festzuschuss, der vom Befund abhängt, nicht von Ihrer Rechnung. Ihren Eigenanteil berechnen Sie so: Gesamtkosten laut Plan minus Festzuschuss. Die Beispielrechnung unten zeigt es mit gerundeten Annahmen.
Größere Abweichungen zwischen zwei Plänen lohnen eine Nachfrage. Gründe sind oft Material, Zahl der Pfeiler oder ob eine Regelversorgung oder eine aufwendigere Variante geplant ist.
Festzuschuss und Bonus bei Brücken
Der Festzuschuss für eine Lücke richtet sich nach der Zahl der fehlenden Zähne. Bei einer zahnbegrenzten Lücke gelten diese Befunde. Die Beträge sind die Werte ab 1. Januar 2026.
| Befund | Ohne Bonus | 5 Jahre Bonus | 10 Jahre Bonus |
|---|---|---|---|
| 2.1 Lücke, 1 Zahn | 552,96 Euro | 645,12 Euro | 691,20 Euro |
| 2.2 Lücke, 2 Zähne | 631,10 Euro | 736,29 Euro | 788,88 Euro |
| 2.3 Lücke, 3 Zähne | 704,93 Euro | 822,42 Euro | 881,17 Euro |
| 2.4 Frontzahnlücke, 4 Zähne | 772,74 Euro | 901,53 Euro | 965,93 Euro |
| 2.5 weitere angrenzende Lücke | 306,81 Euro | 357,95 Euro | 383,51 Euro |
| 2.7 Verblendung je Glied im Verblendbereich | 79,46 Euro | 92,71 Euro | 99,33 Euro |
Der Verblendbereich umfasst die Zähne 15 bis 25 und 34 bis 44. Die Verblendung wird je Ankerkrone und je Zwischenglied zusätzlich berücksichtigt. Bei Flügeln einer Adhäsivbrücke gilt Befund 2.7 nicht.
Der Bonus beruht auf Ihren Kontrollterminen: 70 Prozent bei regelmäßiger Vorsorge in den letzten fünf Jahren, 75 Prozent bei zehn Jahren ohne Unterbrechung (§ 55 SGB V).
Kosten je Brückentyp
Regelbrücke
Die klassische Brücke mit Metallgerüst, im sichtbaren Bereich verblendet, ist die Regelversorgung für kleine Lücken. Wenn Sie genau diese wählen, bleibt Ihr Eigenanteil meist am niedrigsten, weil der Festzuschuss die Regelversorgung abbildet. Er deckt aber nur rund 60 bis 75 Prozent der Regelkosten, den Rest tragen Sie.
Adhäsivbrücke
Die Adhäsivbrücke wird mit ein oder zwei Flügeln an den Nachbarzähnen geklebt. Für den Ersatz eines Schneidezahns ist sie bei ausreichendem Schmelzangebot als einspannige Brücke mit Metallgerüst Regelversorgung. Bei Versicherten zwischen 14 und 20 Jahren gilt das unter Bedingungen auch bei zwei nebeneinander fehlenden Schneidezähnen. Vorteil: Es wird weniger Zahnsubstanz abgetragen. Voraussetzung ist ein ausreichend großes Angebot an gesundem Zahnschmelz.
Implantatbrücke
Bei der Brücke auf Implantaten liegen die Pfeiler im Kieferknochen. Die Chirurgie ist keine Kassenleistung, nur der Zahnersatz darauf wird über den Festzuschuss bezuschusst. Hier ist der Eigenanteil in der Regel am höchsten, dafür bleiben die Nachbarzähne unberührt.
| Brückentyp | Kassen-Regelversorgung? | Eingriff an Nachbarzähnen | Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| Regelbrücke | Ja, bei kleinen Lücken | Pfeiler werden beschliffen | Meist am niedrigsten |
| Adhäsivbrücke | Ja, bei Schneidezahn und Schmelzangebot | Gering, nur Flügel | Hängt von Material und Labor ab |
| Implantatbrücke | Nein, andersartig | Keiner | Meist am höchsten |
Rechenbeispiel: Eigenanteil bei einem fehlenden Backenzahn
Das folgende Beispiel dient der Verständlichkeit. Die Gesamtkosten sind angenommen und kein Preisversprechen.
| Position | Ohne Bonus | 70 Prozent | 75 Prozent |
|---|---|---|---|
| Angenommene Gesamtkosten laut Plan | 2.400,00 Euro | 2.400,00 Euro | 2.400,00 Euro |
| Festzuschuss Befund 2.1 | 552,96 Euro | 645,12 Euro | 691,20 Euro |
| Eigenanteil | 1.847,04 Euro | 1.754,88 Euro | 1.708,80 Euro |
Liegt der Backenzahn im Verblendbereich (etwa Zahn 14 oder 24), kommt Befund 2.7 je Anker und Glied dazu. Bei drei Gliedern wären das ohne Bonus 3 mal 79,46 Euro, also 238,38 Euro zusätzlicher Zuschuss.
Härtefall
Liegt Ihr Einkommen unter der Härtefallgrenze nach § 55 Absatz 2 SGB V, verdoppelt sich der Festzuschuss. Das Einkommen darf nach § 55 Absatz 2 SGB V 40 Prozent der monatlichen Bezugsgröße nicht überschreiten. Nach Angaben der Verbraucherzentrale sind das 2026 für Alleinstehende 1.582 Euro Bruttoeinnahmen im Monat, mit einem Angehörigen im Haushalt 2.175,25 Euro. Auch der Bezug bestimmter Sozialleistungen kann einen Härtefall begründen. Er ist auf die tatsächlichen Kosten der Regelversorgung begrenzt. Das betrifft Menschen mit geringem Einkommen oder Empfänger bestimmter Sozialleistungen. Fragen Sie Ihre Kasse, ob ein Härtefall vorliegt.
Hinweis zum Jahreswechsel: Nach dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BGBl. 2026 I Nr. 228) sinken die Prozentsätze des Festzuschusses nach § 55 Absatz 1 SGB V für Festzuschüsse, die ab dem 1. Januar 2027 bewilligt werden, auf 50 Prozent ohne Bonus, 60 Prozent mit fünf und 65 Prozent mit zehn Jahren Vorsorge. Für vor dem 1. Januar 2027 bewilligte Festzuschüsse gelten die bisherigen Sätze (60, 70 und 75 Prozent). Alle Euro-Beträge in diesem Ratgeber beziehen sich auf 2026. Fragen Sie vor Behandlungsbeginn Ihre Kasse nach dem für Ihren Plan geltenden Stand.
Vor dem Kauf: Fragen an die Praxis
Bevor Sie dem Plan zustimmen, helfen diese Fragen bei der Einordnung. Notieren Sie die Antworten, dann lassen sich zwei Pläne leichter vergleichen.
- Welche Brückenart ist geplant, und ist es die Regelversorgung des Befundes?
- Welche Zähne dienen als Pfeiler, und müssen sie beschliffen oder vorab behandelt werden?
- Gibt es eine Alternative wie Adhäsivbrücke oder Implantat, und was spricht jeweils dafür und dagegen?
- Wie setzen sich die Gesamtkosten aus Honorar, Material und Labor zusammen?
- Welcher Anteil entfällt auf Mehrleistungen, die nicht zur Regelversorgung gehören?
- Wie verläuft die Nachsorge, und wann sind Kontrollen vorgesehen?
Eine Zweitmeinung kann sich bei hohem Eigenanteil lohnen. Die Beratungsstellen der Zahnärztekammern und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen bieten Patientenberatung an.
Wo Brücken teurer werden können
- Material: Vollkeramik oder Zirkonoxid statt Metall-Verblendung erhöht die Kosten, die Mehrkosten tragen Sie.
- Zusatzpfeiler: Fehlt Halt, braucht die Brücke einen weiteren Pfeiler, das kann die Befundeinstufung ändern.
- Stiftaufbauten: Bei wurzelbehandelten Pfeilern können Aufbauten (Befunde 1.4 und 1.5) nötig sein.
- Vorbehandlung: Parodontale Behandlung oder Wurzelbehandlung gehen der Brücke voraus.
- Provisorium: Wartezeiten bis zur endgültigen Brücke werden oft mit einem Provisorium überbrückt.
Solche Posten stehen im Heil- und Kostenplan. Lassen Sie sich Abweichungen vor der Behandlung erklären.
Gewähr, Nachsorge und Reparatur
Nach § 136a Absatz 4 SGB V übernimmt der Zahnarzt für Zahnersatz eine zweijährige Gewähr. Treten in dieser Zeit Mängel auf, die auf die Arbeit zurückgehen, gehört die Nachbesserung dazu. Brücken brauchen zudem gute Mundhygiene, besonders unter dem Zwischenglied. Regelmäßige Kontrollen und Prophylaxe unterstützen die Haltbarkeit. Zusagen zu einer bestimmten Lebensdauer kann niemand verlässlich geben.
Wer Zahnersatz und Karriere in Verbindung sehen möchte: Zahntechnikerinnen und Zahntechniker fertigen Brücken im Labor. Informationen zu Ausbildung und Einkommen finden Sie in unseren Karriere-Ratgebern.
Zum Mitnehmen
Vor dem Termin
Häufige Fragen
Was kostet eine Zahnbrücke mit Kasse?
Die Gesamtkosten legt der Heil- und Kostenplan fest. Die Kasse zahlt 2026 für einen fehlenden Zahn 552,96 Euro ohne Bonus, 645,12 Euro bei fünf Jahren und 691,20 Euro bei zehn Jahren Bonus. Den Rest tragen Sie.
Zahlt die Krankenkasse eine Zahnbrücke komplett?
Nein. Die Kasse zahlt einen Festzuschuss. Nur bei einem Härtefall nach § 55 Absatz 2 SGB V kann der Zuschuss bis zu 100 Prozent der Regelversorgung betragen.
Wie hoch ist der Eigenanteil bei einer dreigliedrigen Brücke?
Er ergibt sich aus den Gesamtkosten laut Plan abzüglich des Festzuschusses. Bei angenommenen 2.400 Euro und 552,96 Euro Zuschuss wären es 1.847,04 Euro.
Ist eine Adhäsivbrücke günstiger als eine normale Brücke?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Sie trägt weniger Zahnsubstanz ab, ist aber nur bei ausreichend gesundem Zahnschmelz möglich. Für einen Schneidezahn ist sie unter Bedingungen Regelversorgung.
Wird eine Brücke auf Implantaten von der Kasse bezuschusst?
Der Zahnersatz darauf wird wie bei der Regelversorgung über den Festzuschuss bezuschusst. Die Implantate selbst zahlt die Kasse nur in seltenen Ausnahmefällen.
Wie lange hält eine Zahnbrücke?
Die Haltbarkeit hängt von Pflege, Mundgesundheit und Material ab. Eine feste Zeitangabe kann niemand garantieren. Der Zahnarzt gibt zwei Jahre Gewähr auf den Zahnersatz.
Quellen
- KZBV Abrechnungshilfe Festzuschüsse, gültig ab 01.01.2026
- Sozialgesetzbuch V, § 55 Festzuschüsse beim Zahnersatz
- Sozialgesetzbuch V, § 56 Festzuschüsse, Regelversorgung
- G-BA Festzuschuss-Richtlinie Zahnersatz
- G-BA Zahnersatz-Richtlinie, Adhäsivbrücke (Beschluss 2016)
- Sozialgesetzbuch V, § 136a
- GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, Änderung des § 55 SGB V (BGBl. 2026 I Nr. 228)
- Verbraucherzentrale: Härtefallregelung beim Zahnersatz
Zuletzt geprüft am 25.10.2026. Rechtliche und finanzielle Angaben können sich ändern.