Ratgeber · Zahnersatz und Implantate · Stand 25.10.2026

Inlay Kosten: Inlay, Onlay und Teilkrone im Vergleich

Ein Inlay ist eine im Labor gefertigte Einlagefüllung aus Keramik oder Gold, die die Kasse nicht voll zahlt. Sie übernimmt nur den Betrag der vergleichbaren, preisgünstigsten Kunststofffüllung (§ 28 Absatz 2 SGB V), die Differenz ist Ihr Eigenanteil. Eine Teilkrone zählt dagegen als Zahnersatz und wird über den Festzuschuss bezuschusst, 2026 sind das ohne Bonus 274,36 Euro (Befund 1.2).

Inlay, Onlay, Teilkrone: Was ist der Unterschied?

Alle drei werden außerhalb des Mundes im zahntechnischen Labor oder digital in der Praxis gefertigt und dann in den Zahn eingesetzt. Sie unterscheiden sich im Umfang.

VersorgungUmfangEinordnung in der GKV
InlayFüllt eine Kavität innerhalb der HöckerFüllung (Einlagefüllung), Mehrkosten nach § 28 SGB V
OnlayErsetzt zusätzlich einen oder mehrere HöckerJe nach Ausdehnung Füllung oder Teilkrone
TeilkroneÜberdeckt Höcker und größere ZahnanteileZahnersatz, Festzuschuss Befund 1.2
KroneUmschließt den gesamten ZahnZahnersatz, Festzuschuss Befund 1.1

Die Abgrenzung zwischen Onlay und Teilkrone ist fließend und hat Folgen für die Abrechnung. Ob Ihre Versorgung als Füllung oder als Zahnersatz zählt, erkennen Sie am Plan: Bei Zahnersatz liegt ein Heil- und Kostenplan vor, bei einer Einlagefüllung eine Mehrkostenvereinbarung.

Hinweis zum Jahreswechsel: Nach dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BGBl. 2026 I Nr. 228) sinken die Prozentsätze des Festzuschusses nach § 55 Absatz 1 SGB V für Festzuschüsse, die ab dem 1. Januar 2027 bewilligt werden, auf 50 Prozent ohne Bonus, 60 Prozent mit fünf und 65 Prozent mit zehn Jahren Vorsorge. Für vor dem 1. Januar 2027 bewilligte Festzuschüsse gelten die bisherigen Sätze (60, 70 und 75 Prozent). Alle Euro-Beträge in diesem Ratgeber beziehen sich auf 2026. Fragen Sie vor Behandlungsbeginn Ihre Kasse nach dem für Ihren Plan geltenden Stand.

Wann Inlay, wann Füllung?

Ein Inlay ist eine Option, wenn der Defekt größer ist und die Praxis eine stabile, formgenaue Versorgung für sinnvoll hält. Eine plastische Füllung aus Kunststoff wird direkt im Mund geschichtet und härtet mit Licht aus. Sie ist in der Regel in einer Sitzung fertig. Ein Inlay braucht meist zwei Termine: Abdruck oder digitale Aufnahme, Herstellung und Einsetzen.

  • Füllung: schneller, günstiger, bei großen Defekten oft weniger formstabil.
  • Inlay: aufwendiger, in der Regel teurer, bei großen Defekten oft eine stabile Lösung.
  • Krone: sinnvoll, wenn zu wenig Zahnsubstanz übrig ist.

Welche Variante geeignet ist, entscheidet die Zahnärztin oder der Zahnarzt am Zahn. Pauschal besser oder schlechter ist keine. Dem Wunsch nach einem bestimmten Material kann die Praxis bei geeignetem Befund folgen.

Ablauf eines Inlays

  1. Der Zahn wird vom Defekt befreit und für die Einlagefüllung vorbereitet. Die Ränder werden so geformt, dass das Inlay passt.
  2. Abdruck oder digitale Aufnahme gehen ans Labor, oder das Inlay wird in der Praxis aus einem Block gefräst.
  3. Bis zum Einsetzen schützt ein Provisorium den Zahn.
  4. Das Inlay wird anprobiert, eingeklebt oder zementiert, anschließend wird der Biss kontrolliert.

Nach der Behandlung kann der Zahn kurzzeitig auf Kälte oder Druck reagieren. Halten Beschwerden länger an, lassen Sie den Zahn untersuchen.

Warum die Abrechnung oft zu Rückfragen führt

Weil die Kasse nur die vergleichbare Kunststofffüllung anrechnet, wirkt der Zuschuss auf den ersten Blick klein. Das ist gesetzlich so vorgesehen und liegt nicht an der Praxis. Lassen Sie sich die Rechnung Position für Position erklären, damit klar ist, was Material, Labor und Honorar kosten.

Materialien und was sie beeinflussen

MaterialMerkmaleHinweis
KeramikZahnfarben, glatte OberflächeBruchrisiko bei sehr dünnen Wandstärken
GoldSehr gut verarbeitbar, nicht zahnfarbenWeniger nachgefragt, höhere Materialkosten
Komposit (Kunststoff)Zahnfarben, auch als LaborinlayKann sich je nach Beanspruchung abnutzen

Wärme, Kälte und Kaukräfte wirken auf alle Materialien. Wichtig ist, dass der Rand dicht anliegt und die Praxis die Zahnsubstanz sorgfältig vorbereitet. Fragen Sie nach Materialnachweis und Herkunft des Labors.

Kosten und Kassenanteil

Das Honorar für Inlays richtet sich nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Dazu kommen Labor- und Materialkosten. Pauschale Preise nennen wir nicht, denn sie unterscheiden sich je nach Zahl der Flächen, Material, Region und Praxis. Wichtig ist die Rechnung der Kasse:

  1. Die Kasse rechnet die vergleichbare, preisgünstigste Kunststofffüllung als Sachleistung ab.
  2. Die Differenz zu den tatsächlichen Kosten tragen Sie selbst.
  3. Vor Beginn muss eine schriftliche Mehrkostenvereinbarung zwischen Praxis und Ihnen vorliegen (§ 28 Absatz 2 SGB V).

Beispielrechnung

Die Zahlen sind angenommen. Kostet ein zweiflächiges Keramikinlay inklusive Labor insgesamt 600 Euro und beträgt der Kassenanteil für die vergleichbare Kunststofffüllung 80 Euro, bleiben 520 Euro Eigenanteil. Die tatsächlichen Beträge kennt nur Ihre Praxis, und der Kassenanteil hängt von der Füllungsart und der Zahl der Flächen ab.

Teilkrone als Zahnersatz

Für eine Teilkrone (Befund 1.2) zahlt die Kasse 2026 einen Festzuschuss: 274,36 Euro ohne Bonus, 320,09 Euro mit 70 Prozent und 342,95 Euro mit 75 Prozent. Der Zuschuss steht auch dann zu, wenn eine aufwendigere Ausführung gewählt wird. Die Mehrkosten tragen Sie. Grundlage ist der Heil- und Kostenplan.

Mehrkostenvereinbarung richtig prüfen

Die Vereinbarung muss vor der Behandlung schriftlich vorliegen. Diese Punkte gehören hinein:

  • Welche Versorgung wird gewählt (Zahn, Fläche, Material)?
  • Welche Kassenleistung wird abgezogen?
  • Wie hoch sind die voraussichtlichen Mehrkosten pro Zahn?
  • Welche Begleitleistungen fallen wegen der gewählten Versorgung an?
  • Hinweis, dass das endgültige Honorar erst nach Abschluss feststeht.

Nehmen Sie sich Zeit zum Lesen. Die Mehrkostenregel gilt nicht beim Austausch intakter Füllungen. Dort wird privat vereinbart. Fragen Sie nach, wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Fall unter die Regel fällt.

Bewahren Sie die Vereinbarung zusammen mit der Rechnung auf. Sie belegt, welche Leistungen Sie gewählt haben, und hilft bei Rückfragen der Zahnzusatzversicherung.

Häufige Fehler und Hinweise

  • Mit der Behandlung beginnen, bevor die schriftliche Vereinbarung vorliegt.
  • Annehmen, die Kasse zahle Inlays ganz oder nach Festzuschuss. Das stimmt nur für Teilkronen als Zahnersatz.
  • Intakte Füllungen ohne Anlass austauschen lassen und die Kosten selbst übernehmen.
  • Die Zahnzusatzversicherung nicht prüfen, die Inlays häufig teilweise erstattet.
  • Kontrollen vernachlässigen. Auch Inlays brauchen Pflege und Nachsorge.

Die Zahnfinden-Redaktion bewertet weder Materialien noch Praxen. Wer in der Zahntechnik arbeiten möchte: Inlays und Teilkronen entstehen im Labor, die Berufswege dort beschreiben unsere Karriere-Ratgeber. Ärztliche Abklärung ersetzt dieser Text nicht.

Lassen Sie sich vor der Entscheidung zwei Varianten schriftlich vorlegen, etwa Kunststofffüllung und Inlay, damit Sie Eigenanteil und Haltbarkeitsaussagen nebeneinander sehen. Zusagen zu einer festen Lebensdauer sind nicht seriös.

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Häufige Fragen

Was kostet ein Inlay?

Das hängt von Material, Zahl der Flächen, Labor und Praxis ab und wird nach GOZ berechnet. Die Kasse übernimmt nur den Betrag der vergleichbaren Kunststofffüllung. Verlässlich ist die schriftliche Mehrkostenvereinbarung.

Zahlt die Krankenkasse ein Inlay?

Teilweise. Sie rechnet die vergleichbare preisgünstigste plastische Füllung als Sachleistung ab. Den Rest zahlen Sie selbst.

Was ist der Unterschied zwischen Inlay und Onlay?

Ein Inlay liegt innerhalb der Höcker, ein Onlay ersetzt zusätzlich Höckerteile. Bei größerer Ausdehnung spricht man von einer Teilkrone.

Wie hoch ist der Festzuschuss für eine Teilkrone?

2026 beträgt er für Befund 1.2 ohne Bonus 274,36 Euro, mit 70 Prozent 320,09 Euro und mit 75 Prozent 342,95 Euro.

Brauche ich für ein Inlay einen Heil- und Kostenplan?

Nein, für Einlagefüllungen genügt die schriftliche Mehrkostenvereinbarung. Für eine Teilkrone als Zahnersatz ist ein Heil- und Kostenplan üblich.

Wie lange hält ein Inlay?

Eine feste Dauer kann niemand zusichern. Die Haltbarkeit hängt von Material, Zahn, Belastung und Pflege ab.

Quellen

Zuletzt geprüft am 25.10.2026. Rechtliche und finanzielle Angaben können sich ändern.