Ratgeber · Ästhetische Zahnmedizin · Stand 25.10.2026

Veneers Kosten: Was Keramik- und Komposit-Veneers je Zahn kosten

Keramik-Veneers kosten laut test.de ab etwa 700 Euro je Zahn, Non-Prep-Veneers bis zu 1.500 Euro, Versicherer nennen für Keramik bis 2.000 Euro. Die gesetzliche Kasse zahlt nichts, Veneers sind eine reine Privatleistung. Das Honorar der Praxis folgt der GOZ-Nummer 2220 und liegt im 2,3-fachen Satz bei 267,38 Euro, dazu kommen Laborkosten, Material und Nebenleistungen.

Was kosten Veneers pro Zahn?

Eine bundesweit gültige Preisliste gibt es nicht. Die Praxis legt ihr Honorar innerhalb des GOZ-Rahmens fest, das Labor berechnet seine Leistungen getrennt. Die folgende Übersicht zeigt Größenordnungen aus einem Verbrauchertest und aus der Veröffentlichung eines Versicherers. Sie ersetzen keinen Kostenplan.

Veneer-ArtPreis je ZahnHaltbarkeit laut QuelleQuelle
Keramik-Veneer mit Beschleifenab ca. 700 Euro, bis 2.000 Eurobis zu 15 Jahretest.de, Württembergische
Non-Prep-Veneerca. 700 bis 1.500 Eurooft fünf bis höchstens zehn Jahretest.de, Württembergische
Komposit-Veneer (direkt aufgebaut)ca. 100 bis 400 Euroca. vier bis acht JahreWürttembergische

Die Spannen sind groß, weil Zahl der Zähne, Ausgangsbefund, Aufwand der Planung und Laborleistung einfließen. Haltbarkeitsangaben sind Erfahrungswerte, eine Zusage für eine bestimmte Dauer kann keine Praxis geben.

Wie setzt sich der Preis zusammen?

Die Rechnung für ein Keramik-Veneer besteht aus drei Blöcken: dem zahnärztlichen Honorar nach GOZ, den Laborkosten und den Nebenleistungen. Für das Honorar gilt die GOZ-Nummer 2220. Sie beschreibt die Teilkrone mit Rekonstruktion der gesamten Kaufläche und nennt ausdrücklich auch die Versorgung eines Zahnes durch ein Veneer. Die Leistung hat 2.067 Punkte, der Punktwert beträgt 5,62421 Cent.

SteigerungsfaktorGOZ 2220GOZ 2197 Befestigung
1,0-fach116,25 Euro7,31 Euro
2,3-fach (Schwellenwert)267,38 Euro16,82 Euro
3,5-fach (Höchstsatz)406,88 Euro25,59 Euro

Die adhäsive Befestigung nach Nummer 2197 ist eine eigene Position. Mit der Nummer 2220 sind Präparation, Abformung, Einproben, provisorisches Eingliedern, festes Einfügen, Nachkontrolle und Korrekturen abgegolten. Eine Zahnfarbbestimmung darf nach der PKV-Kommentierung weder gesondert noch als Laborposition berechnet werden. Sogenannte 360-Grad-Veneers mit vollständigem Substanzabtrag rechnet man nach der Vollkronen-Nummer 2210 ab. Das ändert die Honorarhöhe und ist ein Punkt, den Sie im Plan prüfen können.

Hinzu kommen die Laborkosten als Auslagen nach § 9 GOZ. Betragen sie voraussichtlich mehr als 1.000 Euro, bietet die Praxis einen Kostenvoranschlag des Labors an. Ist eine Überschreitung um mehr als 15 Prozent zu erwarten, muss sie Sie unverzüglich in Textform informieren. Untersuchung, Röntgen und Betäubung sind weitere Posten.

Keramik oder Komposit: Warum unterscheiden sich die Preise?

Keramik-Veneers entstehen im Labor, meist als gepresste oder gefräste Schale. Das erfordert Abformung oder Scan, Herstellung im Labor und einen weiteren Termin zum Einsetzen. Die Praxis rechnet dafür GOZ 2220, das Labor seine Arbeit. Komposit-Veneers baut die Zahnärztin oder der Zahnarzt direkt am Zahn in Schichten auf. Dafür fällt kein Laborkostenanteil an. Die Abrechnung läuft über Füllungs- oder Aufbaupositionen oder, wenn keine passende Nummer existiert, analog nach § 6 Abs. 1 GOZ. Das Gesetz verlangt dafür eine nach Art, Kosten und Zeitaufwand gleichwertige Leistung.

Komposit ist günstiger und hält laut Versichererangabe kürzer, Keramik ist teurer und nach Angaben derselben Quelle haltbarer. Welche Variante passt, hängt von Zahnstellung, Verfärbung, Bissbelastung und Zielbild ab. Wer mit den Zähnen knirscht, trägt bei jeder Variante ein höheres Verlustrisiko. Klären Sie das und eine mögliche Schiene vorab.

Zahlt die Kasse oder eine Zusatzversicherung?

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt keinen Zuschuss. Nach test.de ist die Versorgung mit Veneers eine reine Privatleistung. Rein ästhetische Wünsche gehören nicht zur ausreichenden, zweckmäßigen und wirtschaftlichen Versorgung nach dem Sozialgesetzbuch. Ist ein Zahn dagegen so zerstört, dass er eine Krone braucht, gilt der Festzuschuss für die Krone. Für Veneers gibt es ihn nicht.

Zahnzusatzversicherungen erstatten Veneers laut Württembergische nur bei medizinischer Begründung, etwa bei abgebrochenen Zähnen. Reine Schönheitswünsche sind in der Regel ausgeschlossen. Wer plant, sollte vor der Behandlung beim Versicherer schriftlich nachfragen und keine Erstattung auf Verdacht erwarten. Privatversicherte klären die Erstattung ebenfalls vorher, weil Wunschleistungen nach § 2 Abs. 3 GOZ mit dem Hinweis vereinbart werden, dass eine Erstattung möglicherweise nicht gewährleistet ist.

Beispielrechnung für vier Frontzähne

Beispiel mit angenommenen Laborkosten, kein Angebot. Geplant sind vier Keramik-Veneers im Oberkiefer. Die Praxis rechnet jeweils GOZ 2220 und 2197. Für das Labor wird angenommen: 250 Euro je Veneer.

PositionFaktor 2,3Faktor 3,5
Honorar 4 x (2220 + 2197)1.136,80 Euro1.729,88 Euro
Labor (Annahme)1.000,00 Euro1.000,00 Euro
Summe ohne Untersuchung und Betäubung2.136,80 Euro2.729,88 Euro

Je Zahn sind das rund 534 beziehungsweise 682 Euro. Der Unterschied von knapp 600 Euro entsteht allein durch den Steigerungsfaktor. Ein Faktor über 2,3 muss die Praxis begründen, zum Beispiel mit überdurchschnittlicher Schwierigkeit. Ein Faktor über 3,5 ist nur mit gesonderter Vereinbarung zulässig.

Folgekosten und Preiswerbung richtig einordnen

Der Preis für das Einsetzen ist nicht der Gesamtpreis. Nach test.de gilt bei klassischen Veneers, dass der Zahnschmelz abgeschliffen wird und das nicht rückgängig zu machen ist. Wer einmal Veneers trägt, braucht auch später eine Versorgung des Zahns. Rechnen Sie deshalb mit Kosten für regelmäßige Kontrollen, gegebenenfalls professionelle Zahnreinigungen und den Ersatz nach einigen Jahren. Bei Non-Prep-Veneers nennt test.de eine Erneuerung nach fünf bis höchstens zehn Jahren als üblich.

Das Berufsrecht erlaubt sachliche Information, untersagt aber anpreisende, irreführende und vergleichende Werbung. Pauschalpreise für Leistungen nach GOZ gelten laut zm-online grundsätzlich als unzulässig, weil sich das Honorar aus Faktor und Aufwand ergibt. Das Heilmittelwerbegesetz verbietet zudem den Eindruck, ein Behandlungserfolg sei sicher. Ein Preis ohne Angabe, was darin enthalten ist, sagt deshalb wenig. Fragen Sie, ob Labor, Befestigung, Untersuchung und Betäubung enthalten sind, und vergleichen Sie nur vollständige Pläne.

Worauf Sie im Kostenplan achten sollten

  • Der Plan liegt vor der Behandlung schriftlich vor und nennt Leistungen und Vergütungen einzeln.
  • Er enthält den Hinweis, dass es sich um Leistungen auf Verlangen handelt und eine Erstattung möglicherweise nicht gewährleistet ist.
  • Honorar, Faktor, Labor und Material sind getrennt ausgewiesen.
  • Alle Zähne sind einzeln aufgeführt, damit Preisunterschiede nachvollziehbar sind.
  • Die Praxis nennt Alternativen wie Bleaching, Bonding oder den Verzicht.
  • Folgekosten wie Ersatz nach Jahren, Kontrollen und eine Schiene sind besprochen.

Lassen Sie sich nicht zur Unterschrift drängen. Ein zweiter Kostenplan einer anderen Praxis hilft, Posten zu vergleichen. Die Laborarbeit liegt bei Zahntechnikerinnen und Zahntechnikern, die Veneers nach Abformung oder Scan fertigen, ein Arbeitsfeld, das viel Handwerk und Farbgefühl verlangt. Ob ein Veneer überhaupt zu Ihrem Zahn passt, entscheidet die zahnärztliche Untersuchung.

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Häufige Fragen

Was kostet ein Veneer pro Zahn?

Laut test.de beginnen klassische Keramik-Veneers bei etwa 700 Euro je Zahn, Non-Prep-Veneers können bis zu 1.500 Euro kosten. Ein Versicherer nennt für Keramik 700 bis 2.000 Euro. Verbindlich ist nur der Kostenplan der Praxis.

Zahlt die Krankenkasse Veneers?

Nein. Veneers sind laut test.de eine reine Privatleistung, die gesetzliche Kasse gibt keinen Zuschuss. Anders ist es bei einem zerstörten Zahn, der eine Krone braucht, dafür gibt es den Festzuschuss für Zahnersatz.

Was ist günstiger, Veneers aus Keramik oder Komposit?

Komposit-Veneers kosten nach Angaben eines Versicherers etwa 100 bis 400 Euro je Zahn und damit weniger als Keramik. Sie halten laut dieser Quelle kürzer, ca. vier bis acht Jahre gegenüber zehn bis 15 Jahren bei Keramik.

Welche GOZ-Nummer gilt für Veneers?

Veneers werden nach Nummer 2220 abgerechnet, die adhäsive Befestigung nach Nummer 2197. Bei 360-Grad-Veneers mit vollständigem Substanzabtrag kommt nach der PKV-Kommentierung die Nummer 2210 zur Anwendung.

Muss ich Laborkosten extra bezahlen?

Ja, Laborleistungen werden nach § 9 GOZ als Auslagen zusätzlich berechnet. Bei voraussichtlich mehr als 1.000 Euro bietet die Praxis einen Kostenvoranschlag des Labors an.

Quellen

Zuletzt geprüft am 25.10.2026. Rechtliche und finanzielle Angaben können sich ändern.